Meltemi und kein Ende?

(geschrieben 2. Juni:)

Wenn ich nicht blogge, kann das verschiedene Gründe haben:

 

  • ·        Keine brauchbare Internetverbindung
  • ·        Zu wenig passiert, nichts zu berichten,
  • ·        zu viel passiert, keine Zeit zu berichten.

 

In den letzten Tagen war es eine Kombination aus allem:

 

 

Freitag 25.5. bis Mittwoch 30.5.: Meltemi und Landausflüge.

 

Der Meltemi weht normalerweise in den Sommermonaten und kann 6 bis 7, in den „Düsen“ zwischen Inseln auch 8 Beaufort erreichen. Angeblich soll er selten länger als drei Tage anhalten, im August vielleicht auch mal 7 Tage. Leider hält er sich in diesem Mai nicht an diese Vorgaben, und die Windvorhersagen sind hier in Naousa ernüchternd: Es weht mit bis 30kn (7 Bft) und soll die nächsten Tage anhalten. Von Tag zu Tag studieren wir die verschiedenen Wetter-Seiten, sie überbieten einander mit orange und rot gefärbten Windpfeilen und Zahlen.

 

Dim Hafen liegen wir sicher, aber nicht ruhig – der Starkwind bringt einen Schwell in den Hafen, der an unseren Festmachern ebenso wie an der Nerven zerrt, und das Tag und Nacht.

 

Conny und Bernd kommen am Montag (28.5.) einen Tag später als geplant, weil am Sonntag doch keine Fähre mehr von Mykonos nach Paros geht. Wir holen sie mit einem Mietauto im Inselhafen Paroikia ab, und nutzen dann das Auto, um gemeinsam die Insel zu erkunden. Lefkes, Marpissa und Prodromos sind sehr hübsche typische Kykladendörfer, mit engen weißen Gassen, netten Cafés und teils tollen Ausblicken über Landschaft und Ägäis. Die schon in der Antike betriebenen Marmor-Steinbrüche, die man ebenfalls besuchen kann, lassen wir links liegen. Den Tag schließt ein Spaziergang zum Leuchturm am Kap Korakas, an der Nordseite der Naousa-Bucht ab. Dort weht es uns mehrmals die Mütze vom Kopf.

 

Da „Poseidon“ (eine unserer Windvorhersagen) für Dienstag Nachmittag etwas nachlassenden Wind ankündigt, planen wir, zu der südlicher gelegenen Insel Schinousa zu fahren, geben dies aber auf, da der Wind doch mit 6 Bft anhält und vor allem in den nächsten Tagen keine Besserung in Sicht ist. Ein Vorankommen Richtung Norden ist praktisch nur in Festland-Nähe, also am Peloponnes oder im Saronischen und Argolischen Golf möglich, und so beschließen wir, am Mittwoch endlich Richtung Westen aufzubrechen.

 

Mittwoch 30.5. Naousa – Livadhi/Serifos 40 sm

 

Um 9 geht es los, im Schutz der Agiou-Ioannou-Bucht setzen wir stark gereffte Segel und kämpfen uns dann um das Kap Korakas. Bei 6 Bft, gelegentlich Böen bis 29kn läuft die Eos raumschots gute 6 Knoten, allerdings kämpfen wir mit eindrucksvollen Wellengebirgen, die immer wieder kalte Salzwasserduschen ins Cockpit schicken. Nach 7 anstrengenden Stunden, einigen Vomex und einem Opfer an Poseidon erreichen wir den uns schon bekannten Hafen Livadhi auf Serifos und machen die Leinen klar. Leider sind die Liegeplätze durch teils längsseits liegende Yachten so belegt, dass wir keinen ausreichend geschützten Platz finden, und uns einen Ankerplatz außerhalb suchen. Es braucht wieder mal mehrere Versuche, aber schließlich hält der Haken im Sandgrund. Trotz nächtlich anhaltender Fallböen bis 26kn liegt das Boot hier ruhiger als im Hafen von Naousa mit dem Schwell.

 

 

Donnerstag 31.5. Livadhi – Hydra 56 sm

 

Heute verlassen wir also die Kykladen: Wegen der langen Strecke von knapp 60sm geht es schon um 8 nach kräftigem Frühstück los, und gleich frischt der Wind auf über 30kn auf. Selbst bei halbem Wind und in Lee der Insel sind die Wellen und Böen so stark, dass wir mit entsprechend gerefftem Großsegel mit kaum 3 kn vorankommen, und sogar anfangs den Motor dazunehmen. Erst als wir das Kap Kiklops im Westen von Serifos hinter uns haben, wird der Wind gleichmäßiger und moderater, mit 20 bis 26kn (6 Bft) kommen wir super voran, trotz nach wie vor hohen Seegangs ist die Stimmung gut, mit bis zu 7,8kn preschen wir Richtung Westen.

Wie vorhergesagt lässt der Wind dann am Nachmittag ganz allmählich nach, wir können die Segelfläche in kleinen Schritten vergrößern. Hydra taucht aus dem Dunst auf, wir queren den Schifffahrtsweg mit mehreren Frachtern, Tankern, und Fähren. Wir wissen, dass draußen in den Kykladen der Meltemi mit 6-7 Bft anhält, aber hier nahe dem Peloponnes können wir alle Segel ungerefft setzen und brauchen sogar für die letzten Meilen den Motor. Um 18 Uhr ankern wir in der wunderschönen Agios-Nikolaos-Bucht auf Hydra, mit Landleine zum Felsen. Geschafft! – Ankerschluck – Badespaß – Abendessen – Sternennacht - ein Traum!

Freitag 1. Juni: Relaxed nach Spetsai

Nach den beidem anstrengenden Segeltagen gönnen wir uns ausiebiges Relaxen und Baden und brechen erst am Nachmittag mit entspannten 3-4 Bft in das benachbarte Spetsai auf - eine autofreie Insel mit idyllischem Hafen, der aber leider ziemlich voll belegt ist. Wir liegen mit dem Heck an der Ecke eines Kais zwischen zwei Segelyachten und haben Mühe, das Boot sicher abzufendern. Als wir nach Abendessen im Restaurant Delfini um 23:30 uns gerade schlafen legen wollen, dreht der Wind und drückt uns in nicht ungefährlicher Weise auf einen der Nachbarn. Wir brechen daher gleich auf und ankern um 1 Uhr nachts im sicheren Naturhafen Porto Cheli, den Brunners gut kennen.

 

Samstag 2.6. Porto Cheli

Am Morgen Ausschlafen,  Einkaufen und Internet-Cafe, endlich Blog hochladen!